http://www.fnp.de/hk/region/lokales/main-taunus/warum-wir-piraten-geword...
Das sollte man vielleicht nochmal herausstellen. Ein entscheidender Faktor, wieso die Piraten meiner Meinung nach so gut in den Umfragewerten und im Mitgliederzuwachs stehen, ist die Basisdemokratie und der andere Politikstil.
Von den etablierten Parteien wird entweder vorsätzlich oder aus Unwissenheit behauptet, dass wir hauptsächlich eine Internet- oder Protestpartei wären. Das was uns jedoch von anderen Parteien unterscheidet ist die Mitbestimmungsmöglichkeiten, die jedes Mitglied, ob Vorstand oder Basispirat hat. Wenn man sich den Prozess der Meinungsbildungen in anderen Parteien anschaut, ist es im Grunde kein Wunder, wieso die Mitgliederzahlen sinken. Entweder Man hat es mit alten eingefahrenen Strukturen zu tun, die sich auf ideologischen Grundsätzen des letzten Jahrtausends begründen oder wir haben es mit der klassischen Struktur der Meinungsbildung von oben zu tun. Dort wird selbst den Mitgliedern kaum die Möglichkeit geboten ihre Vorstellungen über die kommunale Ebene hinaus einzubringen, von Bürgern ganz zu schweigen. Dabei sollen gerade die Parteien laut dem Grundgesetz dafür sorgen, dass der Bürgerwille in konkrete politische Forderungen gefasst wird. Zur Zeit ist es allerdings so, dass die Parteieliten ihre Forderungen den Bürgern und Mitgliedern als den einzigen möglichen Weg verkaufen, ohne auch darüber nachzudenken, ob es andere bessere Wege gibt. Das ist auch der Grund, wieso den anderen Parteien die Mitglieder fehlen und viele Leute einfach gar nicht mehr wählen gehen. Allein bei den Wahlen dürfen wir grob die vorgegebene Richtung bestimmen, was aber im Anbetracht der unverbindlichen Wahlprogramme auch nur mehr Schein als Sein ist.
Hier setzen die Piraten einen klaren Unterschied. Wir beanspruchen weder den absoluten Weg zu kennen, noch bauen wir unsere Forderungen auf ideologischen Grundsätzen der vergangenen Zeit, noch bestimmen bei uns die „Eliten“ den Weg. Bei uns hat jedes Mitglied die gleiche Stimme und darf seine Forderungen zur Abstimmung stellen. Im Gegensatz zu den Grünen von damals haben wir jedoch durch das Internet auch die Mittel diese Basisdemokratie im größeren Stil umzusetzen.
Genau dieser Punkt war damals auch für mich der Grund wieso ich eingetreten bin und ich habe es bis jetzt nicht bereut.
Gruß
René
Kommentare
Warum Pirat?
Ich hatte das schon mal ins Piratenforum geschrieben, es gilt noch immer:
Ich bin Mitglied der Piraten und möchte kurz erläutern was ich mir persönlich von den Piraten erwarte:
Grundgesetz der Freibeuter, unabänderlich:
1. Keine Koalitionen, die Piraten sollen "die" einzige Oppositionspartei sein.
2. Keine religiöse Betätigung, Religion hat in der Partei nichts zu suchen.
3. Keine verfassungswidrige Betätigung weder links noch rechts.
4. Basisdemokratie durch Einführung eines Programmausschusses.
5. Keine Zensur und Überwachung im Netz.
6. Kein Urheberrecht im Netz.
7. Abschaffung des Wertpapierhandels
8. Übernahme der Daseinsvorsorge durch den Staat (Wasser, Energie)
to be continued
Begründung:
Wer koaliert macht Zugeständnisse, schaut euch die Grünen an, die sind mittlerweile völlig schwarz unterwandert (als Stadtverordneter und Fraktionsvors. weiß ich wovon ich rede). Religion hat in einer modernen Gesellschaft nichts verloren, das wäre ein Schritt zurück ins Mittelalter. Rechts- und Linksextreme haben ebenfalls bei den Piraten nichts zu suchen. Ein Programmausschuss sollte unter den Mitgliedern durch Zufallsgenerator ausgewählt werden und jährlich wechseln, die Namen der Mitglieder sollten anonym sein, damit keine Einflussmöglichkeit besteht (Personenkult ist furchtbar). Es darf keine Zensur im Netz unter dem Deckmäntelchen der Verbrechens- und Terrorbekämpfung geben, wer das fordert, ist m. E. selbst ein Verfassungsfeind. Urheberrechte im Netz sind sinnlos, alles was digitalisiert werden kann, hat in modernen Zeiten keinen Schutz, es gibt andere Möglichkeiten, z. B. eine pauschale Abgabe etc. Die Einführung der Wertpapiere war m. E. der Grundstein für unser heutiges Unglück. Der Spekulant fühlt keine Verantwortung für den Betrieb, deren Aktien er besitzt. Der Staat hat die Pflicht zur Daseinsvorsorge für seine Bürger, der Ruf nach Privatisierung hat uns genau das eingebrockt, was wir jetzt haben. Natürlich steht und fällt das mit den Personen, die damit betraut sind, die Unfähigkeit und die Korruption müssen bekämpft werden.
Sollten die Piraten irgendwann genau so mutieren wie die Grünen, bin ich ganz schnell wieder weg.
Gruß
Freibeuter
Zu 6. Kein Urheberrecht im Netz.
Ich bin Pirat, halte aber die Forderung Urheberrecht abzuschaffen (was keine Piratenforderung ist) für abwägig und sinnbefreit. Deshalb bin ich froh, dass das keine Parteiforderung, sondern die eines einzelnen (Nichtmitglieds) ist. Selbst GNU/GPL oder CC sind Linzenzformen für die Nutzung urheberrechtlich geschützen Materials. Ich will niemandem das Schaffen von Geisteswerken abreden, in dem ich ihm die Urheberschaft aberkenne. Und dann auch nur im Internet, im RL dann wieder ok oder wie?
Am Beispiel Musik:
Das Problem woran das System krankt sind eher die gängigen Linzensierungsformen, Vertrieb und Verwertung.
Hier sollte angesetzt werden. Aktuell werden z.B. Musikverlage (aka Contentmafia) von vielen Künstlern benötigt, um Studios anzumieten und zu produzieren. Die bezahlen alles und dafür muss ein Großteil des Erlöses an die Unternehmen abgetreten werden. So hat der Künstler, sofern er unter Vertrag ist, ein relativ geringes Risiko und muss sich mit vielen Sachen einfach nicht beschäftigen.
Eine Alternative wäre, das Ganze aufzuziehen wie bei Selbstständigen, d.h. Kredit bei der Bank für Studio und Vertrieb und hinterher hoffen, dass es sich rechnet. Aber welche Bank mach da mit?
Dass man heute viele Berufe/Posten in den Musikkonzernen nicht mehr unbedingt braucht und man eine imho überkommenes Geschäftsmodell am Leben hält streite ich nicht ab.
Ebenfalls wichtig ist es die Abmahnindustrie einzudämmen um vorallem das Kopieren im Kommerziellen Umfang zu ahnden und für mich beginnt der kommerzielle da, wenn ich damit Geld verdiene, also ein echter CashFlow da ist. Die Kriminalisierung der Verbraucher muss aufhören. Aber mit Leuten die kistenweise Schwarzkopien verticken sympatisiere ich nicht.
Die Schutzfristen müssen auf ein vertretbares Minimum runter, vielleicht 20 Jahre, wer will heute noch Abba hören oder Free Willy sehen?! Da ist kein großer Markt mehr.
Aber wichtig ist und bleibt, man muss davon leben können, auch muss man sich fragen, ob man mit Kunst mehr verdienen muss als man im Leben ausgeben kann. Bei Managern fangen wir an darüber nachzudenken. Ich vergönnen nicht den Erfolg, aber 7stellige Beträge dafür dass da jemand "trällert" der noch nicht mal selbst getextet und komponiert hat, finde ich doch heftig.
Wir brauchen Reformen und ein gesamtheitliches Umdenken, keine Axt im Wald!
Urheberrecht
Ich will das noch mal etwas konkretisieren: Urheberrecht ist an sich ok, aber im digitalen Zeitalter nicht durchsetzbar, bzw. nur unter Beschneidung der Freiheit im Netz, Schnüffelstaat nö.
Also muss eine pauschale Lösung her, Abgabe für alle, die Internet nutzen.
Oder kann mir jemand erklären, wie man Kopien verhindern kann ohne totale Kontrolle des Netzes a la China?
Selbst das kann man übrigens umgehen, wenn man weiß wie.
Also noch mal zum mitschreiben, alles was digitalisiert werden kann, kann man im Netz nicht schützen!
Gruß
Freibeuter
Eher nicht
Ich denke, du vergisst, dass auch GNU/GPL CC usw. Lizenzen für den Urherberschutz sind. Wenn auch kostenlose. Auch das ist Urheberrecht, wobei die Lizenzierung schon wieder eher ins Verwertungsrecht fällt.
Im Prinzip sagt das Urherrecht erstmal nicht mehr aus, als "Der Urheber darf bestimmen was mit seinem (geistigen) Werk gemacht werden darf". Und das ist an sich auch ok. Was nicht nach bisherigem Modell geht, ist das Verwertungsrecht im Internet durchzusetzen, so wie es heute Gestalt hat. Denn Urherberecht ist mehr, als ein Werk im Internetdownzuloaden. Da was die "Abmahnindustrie" treibt ist eher ein Spiel mit Verwertungsrechten.
Urherberecht vs. Verwertungsrecht ist genau das worüber alle stoplern und was auch in den sinnfreien Kampangnen von Tartort-Autoren & CO. falsch gemacht wird. Alles wird in einen Topf geworfen durchgemixt und es kommt egal ob von Gegneren oder Befürwortern einfach nur Sch**ße bei raus, weil sich keiner näher damit beschäftigen mag, oder mal Parteiprogramme liest.
Ausnahmsweise mal etwas, was man von SPON empfehlen kann:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/kuenstler-schreiben-offenen-b...
Und wer glaubt, dass die Piratenpartei gegen ein (reformiertes!) Urheberrecht ist, der hat das Parteiprogamm (http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Urheberrecht_und_nicht-komme...) nicht gelesen. Viele Piraten sind selbst Urheber, wollen aber eine andere Lösung als bisher. Hier kommt z.B. einer der Piratenurheber zu Wort: http://taz.de/Debatte-Urheberrecht/!93122/
Mit einer alles-ist-immer-und-überall-kostenlos-Mentalität wird nur noch mehr Öl ins Feuer gegossen, entspricht laut Programm auch nicht den Parteiabsichten und könnte auf Dauer sogar den Piraten schaden, weil dann CDSU und Rechteverwerter Recht hätten. Es geht um mehr als nur "kostenlos" was Runterzuladen, es geht ums System. Und es geht stets um das nicht kommerzielle Kopieren. Also eine Art erweiterte Privatkopie-Regelung, kein Persilschein.
Die Piratenpartei ist keine kultursozialistische und -kommunistische Vereinigung! Wer das nicht versteht sollte sich überlegen, ob er es schafft die Partei von seiner Meinung zu überzeugen, sich von der Parteimeinung überzeugen zu lassen, weiter zu streiten, oder besser die getrennte Wege zu gehen. Es gibt natürlich einige Mitglieder die sich genau diesen Kultursozialilsmus erhoffen und dafür kämpfen, sie sind allerdings in der Minderheit, sonst würde das Parteiprogramm anders aussehen.
Das ist meine Meinung, die ich aus offiziellen oder öffentlichen Aussagen der Partei, Parteimitglieder und Dirtten mir gebildet habe.
Kommentare zu einzelnen Punkten
Für ein Grundgesetz sind mir einige Punkte zu konkret.
Zu "1. Keine Koalitionen, die Piraten sollen "die" einzige Oppositionspartei sein."
Diese Forderung ist unrealistisch, aus mindestens zwei Gründen. Erstens haben auch andere Parteien das Recht, in die Opposition zu gehen, und zweitens sollte das Gegenteil gelten, nämlich dass die Piratenpartei mit jeder anderen Partei koalitionsfähig sein sollte, die sich auf unsere Bedingungen einläßt. Wer etwas vernünftiges beizutragen hat, muss angehört werden können, gleichgültig welcher Partei die Person angehört. Die Piraten könnten auch für wechselnde Mehrheiten sorgen, je nach Sachlage. Ich habe aber jetzt schon Mitgefühl für jede Partei, die versucht, mit uns zu koalieren. Aber es muss möglich bleiben.
Zu "2. Keine religiöse Betätigung, Religion hat in der Partei nichts zu suchen."
Das ist wahr. Aber Toleranz gegenüber jeder Religion ist unabdingbar. Religiösität ist so weit verbreitet, und so tief und mannigfaltig in Milliarden von Menschen verwurzelt, dass wir Piraten es nicht einmal versuchen sollten, uns da einzumischen. Religion ist und bleibt Privatsache. Ihr ist auch ein gewisser zivilisatorischer Einfluss nicht ganz abzusprechen. Deiner These, Religion habe in einer modernen Gesellschaft nichts zu suchen, möchte ich ganz klar widersprechen.
Zu "3. Keine verfassungswidrige Betätigung weder links noch rechts."
Das ist kein Grundgesetz, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Zu "7. Abschaffung des Wertpapierhandels"
Das finde ich mutig, piratig, und ich bin froh, dass ich nicht der Einzige bin, der das fordert. Unser Finanzsystem ist des Wahnsinns. Geld soll den Warenaustausch erleichtern, aber ein zu hoher Prozentsatz der Geldmenge wird dazu verwendet, ohne Warenaustausch umherbewegt zu werden, und das hat in die finanzielle Katastrophe geführt. Das gehört abgeschafft, Investmentbanking stark reglementiert, oder verboten. Banküberfälle sind ja auch verboten, und diese Leute richten einen millionenfach höheren Schaden an.
zu "8. Übernahme der Daseinsvorsorge durch den Staat (Wasser, Energie)"
Ich würde eher fordern, Vermeidung der Privatisierung lebenswichtiger Versorgunsbereiche. Aber deine Forderung "passt scho", wie wir Hesse saache...
Kommentare
zu 1. siehe unten
zu 2. ich bin Atheist und will mit Religionen nichts zu tun haben
Erwiderung
Ob jemand Atheist ist, oder nicht, ist ebenfalls Privatsache. Ein gläubiger Mensch sollte einen andersgläubigen, oder einen Atheisten akzeptieren, und umgekehrt. Atheismus ist auch eine Art Glaube. - Peace, Brother.
Guter Ansatz !
Ich bin (noch?) kein Pirat, aber bis auf Punkt 1, kann ich alle anderen Punkten voll unterstützen, besonders diejenigen, die noch in keinem Parteiprogramm einen Platz gefunden haben, obwohl sie so offensichtlich sind (WP-Handel abschaffen, Kein Urheberrecht im Netz, ...
Punkt 1 kann ich verstehen, wenn man IM VORAUS keine ENDGÜLTIGE Koalitionsaussage macht. Wenn die Piraten nicht regieren wollen, können sie sich das Programm sparen: Für leere Versprechen sind auch die andere Parteien gut. Ich würde sogar etwas weiter gehen: Die aktuellen Probleme (Finanzen, Armut, Umwelt) haben klare politische Verursacher. Diese sollen DEUTLICH beim Namen genannt werden, und sich offenlassen mit ihnen eine Koalition einzugehen, macht das gesamte Programm zur Farce.
Keine Koalitionen
Das mit dem Koalitionsverbot habe ich nur geschrieben, weil ich die Ergebnisse dieser Koalitionen kenne, sie heißen nämlich "Kompromisse". Mit welcher Partei will denn die Piratenpartei koalieren, mit den Schwarzen, mit den Roten, den Grünen, den Linken oder gar der FDP?
Ich bin bei den Parteien (übrigens als ordentliches Mitglied) gerade deshalb, weil ich die anderen Parteien nicht (mehr) wählen kann. Die grünen Verräter schon gar nicht, die Roten haben mit den Grünen schließlich die Hartz4-Gesetze geschaffen, schon vergessen? Die Schwarzen schreien ständig nach Zensur im Internet unter dem Deckmäntelchen der Terror- und Verbrechensbekämpfung etc.
Einzig die FDP hat dazu (noch) eine konsequente Haltung. Die Linken, nö danke.
Ich garantiere den Piraten jedenfalls den Untergang nach Eingang der ersten Koalition, dann werden die Leute nämlich merken, dass sie faule Kröten schlucken müssen.
Gruß
Freibeuter
Erwiderung
Nichts überlesen, bitte: Koalitionen nur, wenn der Koalitionspartner unsere Bedingungen akzeptiert. Das ist eine verdammt hohe Hürde. (Für die anderen) Ansonsten könnte man eine absolute Mehrheit im Bundestag anstreben, ich halte das nicht für unmöglich, sofern wir keinen Mist bauen. Ich halte die Piraten für offener, intelligenter, moderner, fairer, und basisdemokratischer, als alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Wir wollen ein neues politisches Betriebssystem, und jeder, der diesem folgt, ist akzeptabel.
Piraten
Das würde mich freuen!
Verbesserung
Es muss heißen: Ich bin bei den Piraten.......